Ansichtskarte: Das neue Katholische Arbeitervereinshaus zu Linden, 1906

gelaufen 6.2.1906

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Auf der Karte ist das neue Katholische Arbeitervereinshaus zu Linden (im Volksmund „Katholischer Bahnhof“ genannt) kurz nach seiner Fertigstellung zu sehen.

Mit der Zuwanderung von Arbeitskräften im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts stieg der Anteil der katholischen Bevölkerung in Linden. 1874 wurde St. Godehard als erste katholische Kirche in Linden geweiht. Wenige Jahre später schlossen sich Arbeiter zum Katholischen Verein für soziale Bestrebungen zusammen (gegründet 1879). Die zweite katholische Kirche in Linden, St. Benno, war bereits im Bau, als 1904 für den Arbeiterverein „Das neue Katholische Arbeitervereinshaus zu Linden“ auf dem Hinterhofgelände in der Concordiastraße 14 (heute Konkordiastraße 14 A) errichtet wurde. Ein Teil der Baukosten wurde durch Spenden der katholischen Gemeindemitglieder aufgebracht.

Wer für das ungewöhnliche Jugendstilgebäude im Hinterhof den Namen „Katholischer Bahnhof “ geprägt hat und wann er aufkam, ist nicht bekannt. Eine mögliche plausible Erklärung liefert Horst Bohne:

Bahnhöfe waren oft Treffpunkte von Gastarbeitern. Man traf in der Freizeit Landsleute, mit denen man sich in der Heimatsprache unterhalten konnte. Oft kamen sie aus den gleichen Orten oder Gegenden. Da viele Gastarbeiter im evangelischen Linden aus dem katholischen Eichsfeld kamen, bot sich ihnen nun ein Treffpunkt in der Konkordiastraße wie sonst am Bahnhof. So erklärt sich der bald im Volksmund geprägte Ausdruck Katholischer Bahnhof.“
Andere vermuten, dass der Begriff mit der Größe des Baus zusammenhängt, in dem sich ein großer Saal mit Bühne befand, der für Theateraufführungen und Konzerte genutzt werden konnte.

Für diese Ansichtskarte wurde das Haus von dem unbekannten Künstler aus der bebauten Umgebung der Konkordiastraße herausgelöst und in eine ländliche Idylle mit Blick ins weite Land eingefügt, quasi als Festspielhaus auf dem Grünen Hügel zu Linden.

(JW/WE)

Urheber: Schwarze & Karcher, Linden
Sammlung: Wessel
Zeitliche Einordnung: 06.02.1906
Ort: Konkordiastraße 14A